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Mehr Frust als Lust

von Evelyn Sander, 07.04.2017, 10:15

Man lässt sich duzen, bietet flexible Arbeitszeiten und stellt den Kicker in den Pausenraum.

Häufig liegt es an der Führungskultur, wenn es bei Mitarbeitern nicht so rund läuft.
Foto: Thinkstock

Immer mehr Chefs kümmern sich um die gute Stimmung und Motivation ihrer Belegschaft. Offenbar vergeblich: „Firmen setzen an falschen Hebeln an, um Mitarbeiter zu halten“, erklärt Marco Nink, Seniorberater bei Gallup. In jährlichen repräsentativen Umfragen ermittelt das Institut, wie motiviert Mitarbeiter in Deutschland sind.

Und da sieht es auch für 2016 unverändert schlecht aus: Lediglich 15 Prozent der 1413 Befragten hatten eine hohe emotionale Bindung zu ihrem Unternehmen, dagegen sind 70 Prozent emotional gering gebunden und machen Dienst nach Vorschrift. „Nach unseren Berechnungen kostet das die deutsche Volkswirtschaft rund 105 Mrd. Euro im Jahr“, sagt Nink. Besonders problematisch sei zudem, dass sich die Machtverhältnisse auf dem Arbeitsmarkt gedreht hätten und „der Wettbewerb um die besten Köpfe immer härter wird“.

Pluspunkte wie Arbeitsplatzsicherheit, Sozialleistungen, Entlohnung oder flexible Arbeitszeit bringen nicht die erhoffte Bindung. Für die Mitarbeiter zählt vor allem eins: eine gute Führungskultur. „Genau hier liegt der Haken“, weiß Nink, denn bei diesem Thema klaffen Wunsch und Wirklichkeit besonders weit auseinander.

Nur 21 Prozent fühlen sich durch die Führung top motiviert. Vielerorts sei die Feedback-Kultur miserabel. So habe lediglich jeder zweite Mitarbeiter in den vergangenen zwölf Monaten überhaupt mit dem Vorgesetzten über seine Leistungen gesprochen. Und die Chefetagen? Sehen kein Problem: 97 Prozent halten sich für eine gute Führungskraft.

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