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FVW Blog zum Sturmtief „Xavier“ (0)

Stillstand statt Mobilität erleben

von Martin Jürs, 06.10.2017, 13:15

Neue Produkte und Services sollen das Reiseerlebnis bei der Deutschen Bahn erheblich steigern. Doch auch die pfiffigsten Ideen stoßen an ihre Grenzen und helfen nicht weiter, wenn Narurgewalten ins Spiel kommen – so wie Sturmtief „Xavier“.

Foto: fvw

Stuttgart macht den Anfang. Im Bahnhof Bad Cannstatt auf Bahnsteig zwei zeigen demnächst in den Boden eingelassene Leuchtdioden per grüner, gelber und roter Farbsignale die genaue Halteposition des einfahrenden Zuges sowie die Auslastung der einzelnen Waggons an. Tolle Idee, mit der das Ein- und Aussteigen beschleunigt und eine gleichmäßigere Auslastung der Waggons garantiert werden soll.

Die leuchtende Bahnsteigkante ist nur eine von zahlreichen Innovationen an denen die Deutsche Bahn derzeit emsig arbeitet. Dazu gehören auch der Komfort-Check-in für Handy-Tickets bei der kein Schaffner mehr nach dem Fahrschein fragt oder eine neue Lautsprechertechnik – der sogenannte Holoplot –, der endlich für verständlichere Ansagen in den Bahnhöfen sorgt.

Präsentiert wurde all das – und noch viel mehr – gestern auf der Veranstaltung „Mobilität erleben“ in der Event-Location Radialsystem in Berlin, einem „Raum für Arts and Ideas“, so die Eigenwerbung. Das Signal der eintägigen Veranstaltung war klar: Bei der Bahn bewegt sich was.

Doch all die tolle neue Technik nützt nur bedingt etwas, wenn das Wetter nicht mitspielt. Dann herrscht bei der Bahn notgedrungen Stillstand, da kommt man dann auch mit dem Komfort-Check-in oder einer leuchtenden Bahnsteigkante nicht unbedingt weiter.

So wie gestern, als Sturmtief „Xavier“ auch über Berlin hinweg fegte und den kompletten Zugverkehr zum Erliegen brachte. Nichts ging mehr. Auch nicht für viele Gäste der Veranstaltung „Mobilität erleben“, die mit der Bahn in die Hauptstadt gereist waren. Man saß wie viele Tausende andere Reisende über Stunden am Hauptbahnhof fest – wobei hier die Holoplot-Lautsprechertechnik sicher für etwas verständlichere Ansagen gesorgt hätte.

Am Ende jedenfalls ging’s auf Kosten der Bahn in der Nacht in drei Stunden im Großraumtaxi zusammen mit sechs weiteren gestrandeten Bahnkunden zurück nach Hamburg. Die Stimmung war – nicht nur beim Taxifahrer – gut und niemand schimpfte auf die Bahn. Wieso auch – das Wetter kann die Bahn schließlich nicht beeinflussen, sondern nur den Reisekomfort. Und hier hat der Schienenkonzern ja einiges vor.

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