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Auf der Suche in Istanbul

von Klaus Hildebrandt, 03.09.2018, 12:42

Der Türkei-Tourismus läuft wieder. Aber es sind trotzdem angespannte Zeiten. Reisebüros erkundeten mit der fvw eine Stadt, die sich nicht in wenigen Worten beschreiben lässt.

Klaus Hildebrandt ist Chefredakteur der fvw. Er war gerade mit gut 60 deutschen Touristikern in Istanbul.
Foto: Heike Fritsch/fvw

Faust! Ausgerechnet mit diesem urdeutschen Klassiker des Theaters endet der fvw Workshop Türkei in Istanbul. Doch die Suche nach dem, „was die Welt im Innersten zusammenhält“ ist universell. Und die Aufführung als Ein-Personen-Stück exklusiv für die mit der fvw nach Istanbul gereisten Reisebüros durch den deutsch-türkischen Schauspieler Haydar Zorlu ist ein Beispiel, wie Kultur Brücken baut: Der in Köln aufgewachsene und zumeist in Istanbul lebende Zorlu führt Goethes Stück, bei dem er alle Rollen selbst spielt, sowohl regelmäßig in deutscher als auch in türkischer Sprache auf. Beim Abschlussabend in seinem kleinen Privattheater mischt er in die deutschen Verse ein paar türkische hinein.

So philosophisch wie die Sinn-Suche des Dr. Faust war die gesamte Veranstaltung zwar nicht. Aber auch die Reisebüros waren auf der Suche: Nach Eindrücken aus der quirligen Metropole Istanbul, nach Informationen über die Entwicklung des Türkei-Tourismus und nach neuen Kontakten. Der fvw Workshop, zu dem auch viele deutsche Veranstalter, Hoteliers aus der gesamten Türkei und weitere Experten etwa von Airlines und Bettenbanken angereist waren, kam genau zum richtigen Zeitpunkt, hieß es immer wieder.

Die rasante Abwertung der türkischen Lira mit ihren Auswirkungen auf die gesamte Wirtschaft des Landes sorgt für Verunsicherung. Viele Deutsche sind mit dem politischen Kurs von Präsident Erdogan nicht einverstanden. Dem Tourismus als wichtigem Devisenbringer kommt angesichts des hohen Leistungsbilanzdefizits der Türkei nun eine noch höhere Bedeutung zu. Gleichzeitig nähern sich Ankara und Berlin nach den heftigen Auseinandersetzungen gerade wieder an.

Dementsprechend fiel der Empfang hochkarätig aus: Die Präsidenten von Hotel- und Agenturverband sowie der Gouverneur, der stellvertretende Tourismusminister und der Präsident der türkischen Handelskammer betonten, wie wichtig und willkommen die deutschen Urlauber seien. Das Presse-Echo in der Türkei, von Zeitungen bis Fernsehen, auf die Veranstaltung war riesig. Einen ausführlichen Bericht, wie es im Türkei-Tourismus 2019 weitergeht und wie Istanbul wieder in die Top-Liga der Städtereiseziele aufsteigen will, lesen Sie in der nächsten fvw.

Ich selbst war schon mehrere Male in Istanbul und wieder beeindruckt von der Lebensfreude, kulturellen Vielfalt und dem Lifestyle der Stadt. Allerdings erlebten wir auch das massive Polizeiaufgebot bei einer kurdischen Demonstration in der Innenstadt. Die 15-Millionen-Stadt auf zwei Kontinenten lässt sich wie die heutige Türkei nicht in wenigen Worten beschreiben. Der Tourismus jedenfalls feiert ein Comeback – und da war der Austausch der deutschen und türkischen Fachleute des Pudels Kern, wie Goethes Faust es sagen würde.

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